Worauf du bei einem guten Webdesigner achten solltest

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Webdesigner gibt es gefühlt wie Sand am Meer. Jeder kann sich Webdesigner nennen und mehr oder weniger das tun, was man dahinter vermutet. Und auch mehr oder weniger Geld dafür verlangen. Wahrscheinlich kommt es auch drauf an, wie gut sich jemand verkaufen kann. Das ist doch immer so, oder?

(Im Folgenden werde ich „Webdesigner“ schreiben, meine damit aber natürlich auch Webdesignerinnen und auch die neutrale Form.)

Webdesigner ist nunmal kein geschützter Beruf. Wie oben bereits erwähnt, kann sich jeder Webdesigner nennen, der mit Jimdo oder einem anderen Baukasten-System was zusammenklicken kann. Das ist in manchen Fällen – zB für private Websites – auch ok. Wenn Du ein ernsthaftes Business betreibst, mit deiner Website Kunden generieren und einen professionellen Eindruck hinterlassen möchtest, rate ich dir davon ab.

Zumal Webdesigner auch ein breit gefächerter Begriff ist. Streng genommen ist ein Webdesigner jemand, der nur das Design für eine Webanwendung übernimmt. In den meisten Fällen können Webdesigner ihre Designs aber auch (mehr oder weniger gut) technisch umsetzen und sollten ein mindestens grundlegendes Know-How von der Technik haben, die dahinter steckt. Sich mit SEO, Ladezeiten, UX (User Experience) und Usability sollte er sich auskennen. Auch Datenschutz und DSGVO sollten sitzen. Das Sahnehäubchen wären natürlich noch Verkaufspsychologie-Skills.

Zudem kommen zukünftig immer weitere Anforderungen auf Webdesigner zu. Sprich: In Sachen Design, SEO etc ändern sich ständig die Anforderungen und Trends. Da sollte ein guter Webdesigner stets Up-to-date sein.

Auch die Themen Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit sind nicht zu unterschätzen für gutes Webdesign.

In größeren Agenturen und auch bei einigen Freelancern findet man noch Unterteilungen. So gibt es allerhand Menschen, die ihre ganz speziellen Fertigkeiten mitbringen, um ein gutes (meist großes) Web-Projekt auf die Beine zu stellen. Da gibt es z.B. den Artdirector, UI-Designer, UX-Designer, Conversion-Optimierer, Backend-Developer, Frontend-Developer, usw.

Was muss er oder sie denn nun können, so ein Webdesigner? Wie so oft, gilt auch hier: Das kommt darauf an. Wenn ein Webdesigner dir einen FullService für deine Website verspricht, sollte er schon einiges auf dem Kasten haben oder dir zumindest ehrlich sagen können, was er kann und was nicht.

Wenn es aber um ein Gesamtkonzept geht (und darum geht es meistens), sollte er dir vorab viele Fragen stellen, wie zum Beispiel:

  • Warum und wozu brauchst du eine Website?
  • Was sind deine Ziele mit der Website?
  • Was genau ist dein Angebot? Was explizit nicht?
  • Was macht dein Angebot besonders?
  • Wer sind deine Mitbewerber? Was sind die Ziele deiner Mitbewerber? Was sind die Stärken und Schwächen deiner Mitbewerber? Wie (stark) sind diese im Web vertreten? Was ist deren Marketing-Strategie?
  • Wer ist dein Idealkunde? Hast du bereits als Basis einen Kundenavatar oder Persona erstellt? Oder womöglich bereits ein Bedarfsgruppenmodell?
  • Wer soll angesprochen werden? In welcher Situation befindet sich der Idealkunde jetzt gerade, dass er deine Produkte oder Dienstleistung benötigt?
  • Hast du bereits ein Corporate Design? (Logo, Schriften, Farb- und Bildkonzept)?
  • Was soll der Besucher im Idealfall tun, bevor er die Website verlässt?
  • Welches Gefühl soll bei ihm erzeugt werden?
  • Wie hoch ist das Budget?
  • Woher kommen Inhalte, wie Bilder, Texte, Grafiken, Video etc?
  • Soll die Website „Specials“ erhalten, wie z.B. Angebotsformulare, Webshop, Mitgliederbereich, mehrere Sprachen etc?
  • Ist dir bewusst, dass eine Website Pflege benötigt?
  • usw.

Ich sehe häufig Websites, die zwar technisch super sind, aber gestalterisch eine mittlere Katastrophe. Oder auch andersrum. Oder die Inhalte passen überhaupt nicht zum Angebot oder zur Zielgruppe. Oder das Angebot ist nicht klar. Oder die Nutzerführung ist nicht klar, weil zu viel Auswahlmöglichkeiten – hier ist die Wahrscheinlichkeit dann ziemlich hoch, dass der Nutzer wieder abspringt.

Es ist nicht DER EINE Faktor, der darüber entscheidet, ob deine Website gut konvertieren wird oder nicht. Es ist ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren. Und es muss immer viel getestet, ausprobiert, ausgewertet und optimiert werden. Eine Website ist ein Teil deines Marketings und damit ein Prozess.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, schreib mir gerne.

PS: Ich habe leider schon häufig die Erfahrung gemacht, dass einem Interessenten mein Angebot (Gesamtkonzept) zu teuer war und der „Schwager des Nachbarn des Kollegen“ das viiiiel günstiger oder sogar umsonst macht. Wenn man sich dann aber das Ergebnis anschaut (wenn es denn eines gibt), hat das nichts mit einem professionellen Konzept zu tun. Dementsprechend bleiben eben auch die Kunden aus.

Vorsicht auch bei Websites, die sehr günstig über ausländische Onlineplattformen beauftragt werden können. Ich hatte kürzlich so einen Fall: Die Kundin wollte wissen, warum ihre Seite nicht über Suchmaschinen gefunden wird und die Kunden ausbleiben. Die Website hat in der Erstellung ca. 200$ gekostet und wurde über ein „Designportal“, über das Design-Leistungen für sehr kleines Geld über den virtuellen Ladentisch gehen, eingekauft. Optisch war sie ansprechend aufbereitet. Aaaaaaber: die Inhalte waren wild durcheinander gewürfelt. Keine klare Struktur und der Nutzer wusste nicht, was er denn tun soll und was überhaupt das Angebot ist. Auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) wurde gar nicht geachtet bzw. die Seite war so aufgesetzt, dass sie Google die Indexierung verboten hat. Und das schlimmste war aber: DSGVO und Datenschutz wurden überhaupt nicht berücksichtigt. Kein Impressum, keine Datenschutzerklärung, sämtliche Plugins haben Daten gezogen und weitergeleitet. Gruselig.

Also: Augen auf bei der Wahl des Webdesigners.

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